EmoTal - Nutzerzentrierte Elektromobilität Wuppertal

Anwenderbezogene Dienstleistungen für umweltfreundliche Mobilität

EmoTal Ziele

Für die Entlastung von Infrastruktur und Umwelt werden Elektrofahrzeuge immer wichtiger - allerdings gibt es derzeit noch viele Defizite im Dienstleistungsangebot für den alltäglichen Gebrauch.

Das Verbundprojekt EmoTal beschäftigt sich damit innovative Dienstleistungen für die praktische Nutzung von Elektromobilen zu entwickeln, um so neue Anreize für den Gebrauch von Pedelecs und Elektro-Pkw zu schaffen und dadurch die Begeisterung und Verbreitung der Fahrzeuge effektiv zu steigern.

Das Verbundprojekt EmoTal

Der Nutzer im Fokus der Elektromobilität

Projekte

Eine wachsende Nutzung von Elektrofahrzeugen bietet deutliche Vorteile für Umwelt und Verkehr - die derzeitigen Nutzungsnachteile bewirken jedoch eine zögerliche Verbreitung der Elektromobile. Das Verbundprojekt EmoTal befasst sich mit der Entwicklung neuer Dienstleistungen im Bereich der Elektromobilität, um die Attraktivität der Nutzung zu steigern.

Bei der Gestaltung der neuen Konzepte liegt der spezielle Fokus auf der Anwenderperspektive. Das von dem Projektleiter Dr. Sigmund Schimanski (Forschungsgruppe Human Factors Engineering der Bergischen Universität Wuppertal) entwickelte Nutzungsmodell liefert wichtige Grundlagen für die Konzeption und Umsetzung der Dienstleistungen. Für die Untersuchungen des Nutzungsalltags präsentiert das Bergische Land mit seinen besonderen Ansprüchen als steigungsreiche Region sowie seiner bereits bestehenden Vielzahl privater Fahrzeuge eine einzigartige Basis. Durch die vielfältigen Analysen werden die Bedürfnisse und das Verhalten der Nutzer ermittelt, so dass die entwickelten Dienstleistungen optimal an die aktuellen und potentiellen Fahrer angepasst sind. Untersuchungen in dieser einmaligen Versuchsumgebung geben repräsentative Aufschlüsse über realistische Nutzungskonditionen.

Das Nutzungsmodell

Nutzungsmodell

Das von Dr. Sigmund Schimanski entwickelte Nutzungsmodell beschäftigt sich mit der Analyse der verschiedenen Aspekte des Produktlebens, die durch die Interaktion mit dem Nutzer selbst definiert sind. Kernpunkte dieses Bereich sind neben dem anfänglichen Erwerb besonders die Anwendung, Reparatur und das Ende der Nutzung (Recycling/Entsorgung/Wiederverkauf). Das Nutzungsmodell liefert wichtige Aufschlüsse zu den Anforderungen, Bedürfnissen und Wünschen der Nutzer, die in die Konzeption und Umsetzung der vom Verbundprojekt entwickelten Dienstleistungen fließen.

E-Schulung/Zertifizierung

Schulung

Derzeit bietet sich für die Wartung und Reparatur von Elektromobilen kaum eine Alternative zu den Händlerwerkstätten. Dies führt meist zu höheren Kosten bei der Instandhaltung der Fahrzeuge. Bei einem Unfall entstehen durch Elektro-PKW zudem zusätzliche Problematiken für Rettung und Sicherung.

Die Datenbasis, die im Projektverlauf durch die Analyse der regionalen Nutzungsrealität geschaffen wird, ermöglicht dem Verbundprojekt die Entwicklung spezieller E-Schulungen/Zertifizierungen für Werkstätten und Sicherheitsorganisationen. So können sich die Betreiber und Mitarbeiter lokaler Werkstätten optimal hinsichtlich der Wartung und Reparatur von Elektromobilen weiterbilden und ihr Angebot auf diese Fahrzeuge erweitern. Unternehmen und Halter von Elektromobilen profitieren gleichermaßen durch das neue Leistungsangebot.

Die Handhabungsgefahren im Falle eines Unfalls werden durch die erweiterte Qualifizierung der Sicherheitsorganisationen effektiv eingeschränkt, wodurch sich die Sicherheit von Fachkräften und Personen am Unfallort deutlich erhöht. Somit bieten sich auch in diesem Bereich durch die im Projekt entwickelten Dienstleistungen übergreifende Vorteile.

E-Fitnessbike/E-Bike-App

Für den Berufsverkehr - und somit für Mensch und Umwelt - stellt ein verstärkter Einsatz von Fahrrädern eine wünschenswerte Alternative zur PKW-Nutzung dar. Speziell in bergigen Regionen empfiehlt sich das Pedelec als reizvolles Transportmittel. Seine Verwendung ist derzeit jedoch auf die unterstützende Funktion beschränkt, so dass es oftmals mit körperlicher Schwäche assoziiert und somit insbesondere von jüngeren Zielgruppen abgelehnt wird. Auch die Streckengestaltung für Fahrräder bedarf vielerorts einer Optimierung.

Im Rahmen des Verbundprojekts wird daher ein E-Fitnessbike entwickelt. Im Vergleich zu bisher erhältlichen Pedelecs ist es für verschiedene Einsatzmöglichkeiten geeignet. Da es über Fitness-Funktionen zum individuellen Training verfügt, steht es dem Nutzer frei, es zur Unterstützung oder als Sportgerät zu verwenden.

Projekte

Die vom Verbundprojekt entwickelte App beinhaltet vielfältige und hilfreiche Informationen zur Streckenplanung, wie beispielsweise Routenvorschläge mit Angaben zur Steigung und den vorhandenen Points-of-Interest. Der Projektpartner Stadt Wuppertal arbeitet derzeit bereits an der Erweiterung des Fahrradstreckennetzes, zu der auch der Ausbau der Nordbahntrasse gehört, so dass diese parallele Entwicklung das Vorhaben des Verbundprojekts in diesem Bereich zusätzlich unterstützt.

Durch die neu geschaffenen Dienstleistungen in Form eines vielfältig einsetzbaren E-Fitnessbikes und einer App zur individuellen Routenplanung ergeben sich attraktive neue Nutzungsmöglichkeiten zur Sport- und Freizeitgestaltung für (E-)Fahrräder.

Dynamische E-Versicherungen

Neben der weit auszubauenden Ladeinfrastruktur und Reichweite von E-Mobilen begegnen sowohl E-Pkw-Fahrer als auch Dienstleister einer zusätzlichen Unsicherheit in Form von hohen Kosten durch schwer kalkulierbare Versicherungstarife. Da die meisten freien Werkstätten aktuell E-Fahrzeuge nicht behandeln können (Starkstromgefahr, neue Aggregate und Motoren, etc.), fallen die Reparaturkosten verhältnismäßig hoch aus. Daher ist das Versicherungsangebot oft überteuert oder deckt langfristig nicht die entsprechende Risikoprämie.

Versicherung

Aktuelle Tarifstrukturen und Versicherungsmodelle - sowohl für konventionelle Fahrzeuge als auch für E-Fahrzeuge - werden hinsichtlich der zu Grunde liegenden Daten, Klassifizierungen und Diversifizierungsparameter analysiert. In diesem Zusammenhang erfolgt die Konzeptionierung von Aggregationsansätzen, die eine Verbesserung der Planungs- und Bewertungssituation für Versicherungsmodelle und Tarifstrukturen erlauben. Diese Modellierung erfolgt ohne Zugriff auf sensible Daten.

EmoTal-Flotte

Gerade die Auswertung des Nutzerverhaltens bietet die Möglichkeit Bedürfnisse zu identifizieren und somit Dienstleistungen für die spezifischen Anforderungen der Elektromobilität abzuleiten. Neben unseren Umfragen zeichnen wir hierzu das spezifische Nutzerverhaltens in den Fahrzeugen von privaten Haltern und Unternehmen mit Hilfe von Daten-Loggern (TomTom 410). Zur Wahrung des Datenschutzes werden Ihre Angaben ausschließlich pseudonymisiert untersucht und nicht an Dritte weitergegeben. Selbstverständlich kann die Datenaufzeichnung auch jederzeit unterbrochen werden.

Haben Sie Fragen zu den Daten-Loggern oder möchten Sie Teil unserer EmoTal-Flotte zu werden?

Dann freuen wir uns auf ein persönliches Gespräch:
Ansprechpartner: Dipl.-Ing. Daniel Vierling
Telefonnummer:  +49 (0)202/439-1516
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